Robert Krainhöfner
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... und andere Artikel über meine Arbeiten

  • Künstlerort: Robert Krainhöfner schafft große, eindrucksvolle Faltskulpturen aus Stahl und Plexiglas. Von Ulrike Merkel, 2015
  • Faltfeuer - Eine Performance zum Tag des Offenen Ateliers 2013
  • "Robert Krainhöfner. Stadt Raum Form" Formfaltungen für den öffentlichen Raum": Ausstellung im Kulturhof zum Güldenen Krönbacken
  • Kunst am Standort der Stadtverwaltung Jena aufgestellt
  • Hans-Peter Jakobson zu den Arbeiten in Wurzbach
  • Der Europäische Wissensspeicher
  • Kinder schmieden Ideen
Künstlerort: Robert Krainhöfner schafft große, eindrucksvolle Faltskulpturen aus Stahl und Plexiglas. Von Ulrike Merkel, 2015

Ein 2013 entstandenes Video auf Youtube verrät, wie handfest der 48-Jährige dabei zu Werke gehen muss. Bei einer Performance in Weimar verformte er in aller Öffentlichkeit ein mannshohes Stahlblech, das er zuvor mit zwei langen Einschnitten versehen hatte. Dazu schürte er mit Freunden ein stattliches Feuer, mechanisch angetrieben durch einen überdimensionalen Blasebalg. Das Stahlblech legte er so auf die Glut, dass die zuvor verjüngte Falzstelle zum Glühen gebracht werden konnten. Über einen Kran ließ Krainhöfner schließlich zwei über Kreuz liegende Ecken langsam nach oben ziehen, so dass sich das Blech allein durch die Schwerkraft an der glühenden Falzkante faltete. Das zweidimensionale Stahlstück wurde durch den Prozess in eine Art räumlich verzerrtes X verwandelt. Die Skulptur „Diagonal“ war geboren.

Auf ähnliche Weise sind viele seiner Werke entstanden, etwa die mehrfach gefalteten Stahlbänder und seine Stahlring-Skulpturen. Krainhöfner interessiert dabei die räumliche Metamorphose, die eine zweidimensionale geometrische Figur nimmt, wenn man sie auf verschiedenste Art faltet. Zur Kunst fand Robert Krainhöfner allerdings erst spät. 1967 in Jena geboren, ist er in seinem ursprünglichen Beruf des Werkzeugmachers unglücklich. Ein erster Versuch, den Werkhallen zu entfliehen, scheitert: „Noch zu DDR-Zeiten wollte ich Musik studieren, wurde aber nicht genommen“, sagt der diesjährige Preisträger des Thüringer Arbeitsstipendiums für Bildende Kunst. In der Wendezeit, zwei Tage vor dem Mauerfall, flieht er über die tschechische Grenze nach Bayern – zur (damaligen?) Freundin. Doch auch hier ist er in seinem Beruf „todunglücklich“ – trotz einer anspruchsvolleren Stelle.

Auf der Suche nach einem erfüllenden Lebensentwurf unternimmt Robert Krainhöfner mehreren Reisen nach Südamerika, macht aber auch ein Praktikum in einer Schreinerei. „Ich wollte etwas mit Holz machen, ich hatte Metall so satt“, sagt er. Letztlich ist es aber ein Wochen­end-Schnitzkurs, der den entscheidenden Impuls liefert. Mit der Information, dass an der Berchtesgadener Schnitzschule Holzbildhauer ausgebildet werden, reist er in die Alpen. Doch dort muss er feststellen, dass die Schule sehr hohe Aufnahme-Bedingungen stellt. Um aufzuholen, besucht er Volkshochschulkurse, malt eifrig Stillleben. Und tatsächlich, ein Jahr später gelingt die Aufnahme. „Das war wie eine Neugeburt“, sagt Krainhöfner. „Nach drei wunderbaren Jahren“ in Berchtesgaden beginnt er 1995 sogar ein Studium für figürliche Bilderhauerei in Nürnberg, um 1999 noch ein Aufbaustudium für Kunst im öffentlichen Raum folgen zu lassen. Sein Studium finanziert er mit Unterricht in Bildhauerei an der Jenaer Waldorfschule.

Schon 1996 hatte Robert Krainhöfner mit viel Glück ein passendes Atelier am Göschwitzer Bahnhof in Jena gefunden. Diese schöne, alte Güterabfertigung, die mit Kohleöfen und Plumpsklo an vergangene Zeiten erinnert, dient ihm bis heute als Werkstatt und Atelier. Der Keller beherbergt Schreinerei und Schmiede. Im Erdgeschoss befinden sich Werkräume und ein uriges Planungsbüro. Hier auf dem Tisch steht das Modell eines seiner aktuellen Projekte: der Entwurf für eine Faltskulptur für den in Neuplanung befindlichen Jenaer Johannisplatz. Die zweite Runde der deutschlandweiten Ausschreibung hat er bereits erreicht.

Blickt Robert Krainhöfner auf das laufende Jahr zurück, ist er sehr zufrieden. Nicht nur der Freistaat gewährte ihm eines der zwei begehrten Kunststipendien. Darüber hinaus stemmte er vier Einzel- und Doppelausstellungen, darunter eine Schau in Bremen und eine in der Jenoptik AG. Das Jenaer Hightech-Unternehmen hat zudem zwei seiner Werke angekauft, die das Foyer zwischen den regelmäßigen Wechselausstellungen zieren.

Und so hinterlässt der Künstler immer mehr Spuren in Jena und ganz Thüringen wie vor dem Sitz des Jenaer Oberbürgermeister – Spuren in seinem ursprünglichen Werkstoff. „Es hat lange gedauert, bis ich begriff, dass ich nicht das Metall gehasst habe, sondern den unkreativen Beruf“, sagt er.



Robert Krainhöfner. Faltfeuer Eine Performance zum Tag des Offenen Ateliers 2013

Zum diesjährigen Tag des Offenen Denkmals präsentiert der Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar in Zusammenarbeit mit der Galerie Profil Weimar am Haus am Horn einen Künstler, dessen Werk als Fortführung der Formgedanken des Bauhauses in die Konkrete Kunst hinein gesehen wird: Robert Krainhöfner. Robert Krainhöfner verformt Stahl. Seine Arbeiten, die meist aus zentimeterdickem Stahlblech als beeindruckende Solitäre oder sequenzierte Reihen (umwerfend gut etwa der Runde Tisch "Coimbra", 2008) als Kunst am Bau oder im öffentlichen Raum mit der Architektur kommunizieren, formt er dabei in präzisen Modellen aus Papier und Pappe vor. So sind denn auch den Papierarbeiten die wirklich genial einfachen Konstruktionsprinzipien ablesbar, deren konsequente Durchführung im Werk Krainhöfners die faszinierendsten Formen hervorbringen.

Krainhöfners "Schnittzeichnungen" etwa machen sich unsere Sehgewohnheiten zunutze - die Art, wie wir Perspektive und Räumlichkeit in der Fläche zu sehen und darzustellen gelernt haben - und erzeugen durch die Seitenverkehrung schräg gesetzter Schnittflächen in Kreis oder Quadrat den Eindruck dreidimensionaler Objektabbildungen. Dabei können die Formen zwischen der Vorstellung des Konvexen und des Konkaven hin- und herspringen - irritierend wie die Architekturen M.C. Eschers.

Die Stahlfaltungen Krainhöfners setzen die illusionären Zeichnungen schließlich in reale Plastiken um. Jedem Werk scheint ein bestimmter Winkel zugeordnet - 90°, 45°, 30° -, in denen die Segmente der durch Einschnitte oder Fräsungen gegliederten Grundfläche in immer wieder andere Richtungen abgeknickt werden, bis Grundfläche und Faltfläche nicht mehr bestimmbar, keine hauptsächliche Bezugsebene mehr zu definieren ist. Viele der Skulpturen können in verschiedenen Positionen plaziert werden und bieten dann einen je anderen Anblick. Auf die philosophische Hintergründigkeit solcher, die Wertigkeiten von Vorder- und Rückseite, Grund- und Faltfläche, Bezugsebene und Abweichung sichtbar ad absurdum führenden Arbeiten hat Heidi Bierwisch bereits hingewiesen.

Es entstehen raumgreifende Gebilde, faszinierend wie Origami-Figuren, in denen oft nur für den sehr konzentrierten Blick die geometrisch einfache Ausgangsfläche rekonstruierbar wird. Faltungen, die ohne Schnitte in den Stahl auskommen und die blanke Fläche in geringen Winkelmaßen ineinander verdrehen, bringen in den unterschiedlichen Reflexionsflächen des Lichtes eine Mehrfarbigkeit des Materials hervor: Farbe ist Licht. Die Auseinandersetzung mit den Naturgewalten ist für Robert Krainhöfner ein Faszinosum, das sein künstlerisches Schaffen antreibt. Seine Werke vermitteln etwas von diesen gebändigten Naturgewalten: dem gefangenen Feuer, dem gebrochenen Licht.

Zum Tag des Offenen Ateliers 2013 führt Robert Krainhöfner seine Kunst an einem Beispiel vor. Auf der Straße vor dem Haus am Horn wird er in einem eigens für diese Performance gebauten Herd mit einem Doppelkammerblasebalg eine Stahlplatte in ein auf 900°C erhitztes Kohlenbett legen und zu einer zweiflächigen Skulptur verbiegen, die bis zum 3. November 2013 im Garten des Hauses am Horn ausgestellt bleibt. Dr. Cornelie Becker-Lamers, Weimar



"Robert Krainhöfner. Kunst am Standort der Stadtverwaltung Jena aufgestellt

23.08.2013 - 22:06 Uhr Nun ist alles weitgehend rund. Die Arbeiten am Standort der Stadtverwaltung Am Anger sind abgeschlossen. Mitarbeiter der Verwaltung, beteiligte Firmen, Planer und Architekten feierten gestern Mittag gemeinsam die Vollendung des Komplexes. Robert Krainhöfner mit seinem Werk "Verdrehter Stahlring", das jetzt vor einem der Gebäude der Stadtverwaltung aufgestellt wurde. Das Werk ist öffentlich zugänglich soll noch mit einer Informationstafel versehen werden. Foto: Michael Groß Jena. Nach der Sanierung des alten Verwaltungshauses Am Anger und des früheren Stasi-Gebäudes sowie des Neubaus am ­Lutherplatz ist der Komplex des technischen Rathauses von Jena komplett.

Als krönender Abschluss ­kamen nun noch die neu gestalteten Außenanlagen hinzu. Allein in ihre Ausführung wurden noch mal 1,1 Millionen Euro investiert. Darunter befanden sich auch Fördermittel aus dem Programm "Städtische Entwicklung" der Europäischen Union in Höhe von 681 000 Euro. Die Perle in den neuen Außenanlagen dürfte aber ohne Zweifel die Kunst im öffent­lichen Raum sein, die der Jenaer Künstler Robert Krainhöfner beisteuerte. Sein Werk "Verdrehter Stahlring" wurde direkt vor dem Eingang zum Anger 15 aufgestellt und korrespondiert nach Meinung von Krainhöfner recht wirkungsvoll mit dem Umfeld. "Die Spannung und die Brüche, die das Umfeld hier in seiner Geschichte erlebt hat, ­finden sich auch in diesem zerschnittenen und neu verknüpften Stahlring", sagt der Künstler, der sein Atelier am Göschwitzer Bahnhof betreibt und ein Spezialist für Kunst im öffentlichen Raum ist. Damit spielt er auch auf all das an, was hier gewesen ist: Stasi-Häuser Am Anger und in der hier einst befindlichen Gerbergasse, die Umgestaltungen sowie letztlich auch die für viele als schmerzlich empfundene Aufgabe des Schulstandorts Anger-Gymnasium. An all dies soll der wellenartig erscheinende Stahlring nach Ansicht von Krainhöfner anknüpfen - sofern sich natürlich der Betrachter ­darauf einlässt. Die umstehenden Bänke der öffentlichen Grünanlage geben jedenfalls Gelegenheit dazu.

Entstanden ist das Werk bereits 2009 für eine Ausstellung des Thüringer Künstlerverbandes in Erfurt zum Bauhaus-Jahr. Da die Bauhauskunst mit ihren geometrischen Ansätzen von Linie, Fläche und Raum auch sehr die Intensionen von Robert Krainhöfner berührt, wie er selbst sagt, habe er sehr gern mitgemacht und nach langen Modellierungsphasen gemeinsam mit dem K&S Stahlbau Pößneck das eine Tonne wiegende Kunstwerk erstehen lassen. "Es war höchst interessant für mich zu sehen, was eigentlich passiert, wenn ein solcher Stahlring zerschnitten und wieder zusammengefügt wird." Da sei auch viel von der Seele des Materials herübergekommen, was Einfluss auf die endgültige Werkgestalt gehabt habe. Dass sich Fläche und Raum miteinander verbinden und etwas Neues schaffen, sei schon beeindruckend.

Diese Fläche-Raum-Beziehung hat es Robert Krainhöfner angetan. Seine große Kugel an der Ecke Steiger/Humboldtstraße, seine Säule vorm Kindertreff "Klex" oder auch sein "Coimbra-Tisch" als temporäre Kunst zum Jenaer Wissenschaftsjahr 2008 auf dem Markt haben dies gezeigt. Der Stahlring knüpft an.



"Robert Krainhöfner. Stadt Raum Form" Formfaltungen für den öffentlichen Raum": Ausstellung im Kulturhof zum Güldenen Krönbacken

Pressemitteilung: 22.02.2013 14:01 Vom 02.03. bis 07.04.2013 zeigt die Galerie Waidspeicher im Kulturhof Krönbacken in der Michaelisstraße 10 die Ausstellung "Stadt Raum Form" Formfaltungen für den öffentlichen Raum". Die Ausstellungseröffnung findet am 02.03.2013, 19 Uhr statt. Öffentliche Führungen werden am 14.03. und 04.04.2013, jeweils 17:00 Uhr angeboten. Geöffnet ist die Schau Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

Ganz bewusst hat Robert Krainhöfner den Titel seiner Ausstellung an das Wissensspiel "Stadt Land Fluss" angelehnt. Der Stadtraum und die Landschaft sind Außenräume und nehmen in seiner künstlerischen Auseinandersetzung einen wichtigen Platz ein, das spielerische Element tritt hinzu durch das immer wieder Variieren von reduzierten Formen zu neuen Formungen. Der studierte Bildhauer, der in Jena lebt, hat sich mit seinen Arbeiten der Kunst im öffentlichen Raum verschrieben.

Seine Faltformungen entstehen hauptsächlich aus Metallblechen, ihre unbehandelten natürlichen Oberflächen strahlen etwas Archaisches aus, sind sie mit einer Farbfassung überzogen, erhalten sie dadurch zusätzlich einen symbolischen Wert. Als Ausgangsformen dienen einfache geometrische Formen wie das Rechteck oder der Kreis, aus denen durch bloßes Einschneiden und Biegen – es wird nicht geschweißt oder montiert – eine komplexere Form entsteht. Hierbei sind eine präzise handwerkliche Arbeitsweise und eine genaue Konzeption unabdingbar.

In den vergangenen Jahren hat Robert Krainhöfner an verschiedenen Projekten und Wettbewerben für Kunst teilgenommen, die nicht für das Museum oder den Galerieraum gedacht waren. Die Ausstellung möchte nun auf konzentrierte Weise diese Projekte vorstellen, dem Besucher einen vergleichenden Blick auf die Werke ermöglichen, den er im Außenraum aufgrund der weitläufigen Verteilung solcher Arbeiten so nicht wahrnehmen kann, und gleichzeitig die Skulpturen in eine spannungsvolle Beziehung zu einem Innenraum setzten, dessen Architektur sehr präsent ist. Es werden neun Skulpturen im Innen- und Außenraum gezeigt, die von grafischen Arbeiten, den Schnittzeichnungen, Skulpturmodellen sowie einer Filmprojektion ergänzt werden.


Hans-Peter Jakobson zu den Arbeiten in Wurzbach (2010)

Der Jenaer Robert Krainhöfner studierte Bildhauerei in Nürnberg und legte dort das Diplom im Fach „Kunst im öffentlichen Raum“ ab. Diese Ausbildung und die Traditionen des frühen Bauhauses, dessen Gründer Walter Gropius mit den legendären Worten: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeiten ist der Bau“ den Künsten eine zentrale Funktion im öffentlichen Leben zuschrieb, sind die wichtigsten Leitlinien an denen Krainhöfner sein Schaffen ausrichtet. Er sieht sich dabei der Konkreten Kunst verpflichtet. Deren existentielle Elemente sind von ihrem Begründer Theo van Doesburg prägnant zusammengefaßt worden: „Nichts ist konkreter, wirklicher als eine Linie, eine Farbe, eine Oberfläche“. Konkrete Kunst postuliert die Autonomie des Werkes und seine Unabhängigkeit von einem real - Äußeren. Durch die konsequente Reduktion auf Farben, Flächen und Körper sowie rein geometrische Konstruktionen mit raumschaffenden Qualitäten gibt sie dem Wechselspiel elementarer Ausdruckskräfte eine künstlerisch- lebendige Ordnung. Ihr Ziel sah der Schweizer Bauhausschüler Max Bill darin, „Gegenstände für den geistigen Gebrauch zu entwickeln.“ Sie erhält so Bedeutung für die ästhetische Gestaltung öffentlicher Räume. Diesen Maximen entspricht Robert Krainhöfners bildhauerische Haltung.

Er entwarf und gestaltete Großobjekte die öffentlichen Plätzen ein gedanklich-ästhetisches Zentrum und einen eigen Charakter zu geben vermögen oder eine besondere multikommunikative praktische Funktion erfüllen können („Coimbratisch“ Marktplatz Jena 2008). Ausgangspunkte seiner Arbeiten bilden elementare geometrische Formen. Sie werden von ihm so verändert, dass das Prozesshafte diese Veränderung als ein lebendiges Spiel von Gegensätzen, und Rythmuswechseln erlebt wird. Seine Skulpturen treten somit in eine ästhetisch spannungsvolle Beziehungen zum umgebenden Raum. Die konkrete räumliche Beschaffenheit ist eine die Grundlage zu ihrem Erleben und Verstehen.

Robert Krainhöfner führte Faltungen und Drehungen bisher in kalten Techniken aus. Das Gießen und die dabei erreichbare Wandungsstärke der Körper hatten für ihn einen besonderen gestalterischen Reiz, weshalb er den Aluminiumguss als „das genau richtige“ Medium empfand. Auf dem Wurzbacher Symposium konzentrierte sich der Bildhauer hauptsächlich auf den Kegel als stereometrischen Elementarkörper. Er teilte ihn in zwei Hälften und setzte die Teile auf unterschiedliche Weise wieder zusammen. Daraus ergaben sich Gebilde mit höchst verschiedenen Raumwirkungen und Bewegungsverläufen. Der Betrachter kann sie nachvollziehen, wenn er die Körper umschreitet, um sich im ursprünglichen Sinn des Wortes neue Einsichten in Körper-Raum Verhältnisse zu erschließen. Einen zusätzlichen sinnlichen Reiz vermitteln die fein ziselierten Binnenzeichnungen auf den Oberflächen, deren Strukturen das Erfassen der verschiedenen Drehbewegungen optisch und haptisch unterstützen.

Vorraussetzungen für das erfolgreiche Umsetzen seiner Intentionen waren das permanente Lernen aus jedem noch so kleinen Fehler, die genau analysiert wurden sie beim nächsten Versuch zu vermeiden, sowie präzise Modelle für den Guss, der geringste Ungenauigkeiten bestraft. Die Arbeiten Robert Krainhöfners auf dem Wurzbacher Symposium erscheinen, obwohl es sich um eine erste Annäherung an den Aluminiumguss handelt, für den öffentlichen Raum prädestiniert, Ganz im Sinne der von Grophius geforderten Wirkungsweise zeitgenössischer Kunst. Dieser Weg sollte von ihm weiter beschritten werden.



Der Europäische Wissensspeicher – Ein Kunst,- und Ausstellungsprojekt

Jena, 19.05. 2008 (newsropa.de) - Bei strahlenden Sonnenschein schlummerte unter eine reisen großen Europaflagge der „Runde Tisch“ und wartete nur darauf, von den Science Guides enthüllt zu werden. Der Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter gab Freitagabend auf der Bühne dann das Zeichen zur Enthüllung – auf dem Podest erstrahlte im Europablau der „Runde Tisch“, der in seinen einzelnen Tischsegmenten eingelaserte Objekte der Coimbra-Universitäten trägt. Als dann die Vertreter der Coimbra-Universitäten an diesem Tisch Platz nahmen, ergriff der Rektor Prof. Dr. Dicke das Wort, empfing die Gäste und Vertreter der Coimbra-Universitäten und hieß sie noch einmal herzlich Willkommen. Guido Langouche, Vorstandsvorsitzende der Coimbra-Group betonte die außerordentliche, über die Grenzen hinaus gut funktionierende universitäre Zusammenarbeit. Rund um – der Europäische Wissensspeicher ist ein wirklich gelungenes Kunst,- Ausstellungsprojekt zwischen Kunst, Kultur und Wissenschaft, zwischen JenaKultur und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nachdem der Tisch seinen ersten öffentlichen Auftritt auf dem Markt hatte, werden die einzelnen Tischsegmente Einrichtungen von JenaKultur und der Friedrich-Schiller-Universität Jena übergeben. Zu besonderen Anlässen, wie Tagungen und Konferenzen, oder auch nur, wenn viele Gesprächsteilnehmer sich an einem Tisch zusammen finden wollen, werden die einzelnen Tischsegmente zusammen zum „Runden Tisch“ gestellt.

Maxim Gorki begriff die Beziehung zwischen Wissenschaft und Kunst als eine symbiotische und sich gegenseitig befruchtende. Diesem Anliegen verpflichtete sich „Der Europäische Wissensspeicher“. Als Kunst,- und Ausstellungsprojekt versinnbildlichen seine drei Module die ergiebige Zusammenarbeit zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen JenaKultur und der Friedrich-Schiller-Universität. Die Idee zu dem dreiteiligen Projekt entstand im Zuge der Vorbereitungen des diesjährigen Jahrestreffens der Coimbra-Group in Jena.

Der „Runde Tisch“

Als Vorbild für die Entwicklung des Tisches stand der kreisrunde Tisch aus der König Artus Sage –alle, sich zukünftig an diesem Tisch Platznehmenden, sollen sich gleichrangig gegenübersitzen können. Aus gegebenen Anlass des Coimbra-Group-Treffens wurden 38 Tischsegmente gefertigt. Der vom Künstler Robert Krainhöfner entwickelte „Runde Tisch“, bietet einer variablen Anzahl an Gesprächsteilnehmern Platz. So können zukünftig Vertreter aus Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft gleichrangig Platz nehmen – Teile des Tisches gehen an die Universität Jena und an Einrichtungen von JenaKultur.


AWW-Projekt „Kinder schmieden Ideen" gestartet (2010)

(anw) Malen, Leimen, Sägen? Damit sollten sich Kinder auch im Zeitalter von PlayStation und Gameboys beschäftigen. Aber Stahl schmieden? Geht das denn? Das geht. Wie sich kindliche Phantasie in selbst geschmiedete Tiermotive aus Stahl verwandeln lässt, zeigt ein gerade angelaufenes Projekt der Aktion Wandlungswelten (AWW) unter dem Motto „Kinder schmieden Ideen". Kinder und Jugendliche von 8 bis 18 gehen seit einigen Tagen und bis zum 9. Juli daran, in der Historischen Pelzer-Werkstatt sich - unter Fachaufsicht - als Schmiede zu betätigen. Die von ihnen zunächst gezeichneten und dann aus Stahl geformten Tierfiguren werden Teil einer im Durchmesser drei Meter großen Kugelskulptur. Den Korpus der Kugel fertigen Metall-Lehrlinge des IB. Die Pelzer-Werkstatt am Löbdergraben wurde vom Jenaer Stadtmuseum, einem weiteren Kooperationspartner, geöffnet. Die Leitung des Projektes liegt bei Robert Krainhöfner. „Kinder besitzen eine natürliche Neugier gegenüber den Urkräften wie das Feuer", ist Krainhöfner vom Erfolg des Projektes überzeugt. Die ersten Resultate geben dem Projektleiter Recht. Das Projekt weist eine weitere Komponente auf. Beteiligt sind auch Kinder und Jugendliche, die Patienten der AWW-Tagesklinik oder der Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sind. „Bei diesem Projekt können die Kinder eine Vielzahl von Erfahrungen sammeln und ihr Selbstwertgefühl entwickeln", begründet Klinikdirektor Prof. Dr. Bernhard Blanz die Kooperation seiner Klinik mit AWW. Diese „vollkommen neue Chance" zum eigenen handwerklichen Betätigen, so Blanz, erhalten sowohl stationäre Patienten aus auch die in der Tagesklinik bzw. ambulant behandelten Patienten. Schließlich werden die Jungschmiede die Nachhaltigkeit ihrer Bemühungen mit Feuer, Stahl, Amboss und Hammer über einen langen Zeitraum sehen können. Die Kugel mit den Tierfiguren soll gut sichtbar auf dem Areal der Tagesklinik, Am Steiger 6, unmittelbar an der Kreuzung Straße des 17. Juni/Am Steiger, aufgestellt werden.Anmeldungen für „Kinder schmieden Ideen" sind weiterhin möglich telefonisch unter 440425.


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