Robert Krainhöfner
Meine Arbeitsweise
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Geometrie

Die Ausgangspunkte für meine Arbeiten sind einfache geometrische Formen, welche sich offensichtlich einem Veränderungsprozess unterziehen. Diese elementaren Formen werden nach vorher bestimmten Regeln gefaltet oder zerschnitten und neu zusammengesetzt. Bei meinen Untersuchungen steht eine Neugier im Vordergrund, welche das lebendige und nicht sichtbare Wesen der Geometrie zeigen möchte. Es entstehen Falt-Räume, welche sich mit phantasievoller Aufmerksamkeit in ihre ursprüngliche Lage zurückverfolgen lassen. Herausgefordert wird das genaue Hinschauen und Verstehen spielerischer Zusammenhänge von Fläche und Raum.

Konkrete Kunst (Bauhaus, Josef Albers, Max Bill)

Für mich besteht das Erbe des Bauhauses in der veränderten Umgangsweise und Sichtweise mit allen kulturellen Fragen. Es gab die Chance der Auseinandersetzung in einer Institution mit all ihren Vor- und Nachteilen bzw. Schwierigkeiten. Sie vereinte jedoch verschiedene Strömungen auf der Suche nach grundsätzlicher Wahrheit, Einfachheit und Glaubwürdigkeit und dem sozialen Anliegen der Gerechtigkeit. Deutlich machte dies für mich die Herangehensweise von Josef Albers im Vorkurs des Bauhauses. Tom Wolfe beschreibt in seinem Buch "Mit dem Bauhaus leben", wie Josef Albers in seinem Papierkurs von der Seele des Materials spricht und daraufhin die Entwürfe seiner Studenten prüft. Ich empfinde diese Herangehensweise nicht als rückblickendes Erbe, sondern als begonnenes Erbe, welches in unserer Zeit immer wichtiger zu werden scheint, wenn wir zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterscheiden wollen. Zum Einen in der Pädagogik wie bei Albers zum Anderen auch für die eigene künstlerische Arbeit. Max Bill, der als Schüler am Bauhaus Dessau war, hat mit seinen Arbeiten die Konkrete Kunst mitbegründet und entscheidend weiter formuliert. Max Bills Denkweise, Regeln für die Arbeit aufzustellen und die Arbeiten so zu benennen, ist mir sehr vertraut und zeigt starke Wirkung auf meine Arbeit.

Visueller Klang

Die Nachvollziehbarkeit meiner Faltungen aus der Fläche ermöglicht es, die Bewegungen des Materials als Schwingung wahrzunehmen. Durch das Falten der Stahlflächen entstehen Räume, welche dem Material die Möglichkeit geben zu klingen. Ich nenne es „Musik für die Augen“. Themen aus der Musik wie Rhythmus, Komposition, oder Diagonal, sowie wichtige Zahlen, wie die Acht oder die Zwölf, sind offensichtlich. So entsteht z. B. beim Falten eines Stahlbandes durch das Einkürzen der einen Bandseite ein Zwischenraum mit dem Verhältnis von 3:2. Musikalisch entspricht dies dem Intervall einer Quinte. Diesen mathematischen Zusammenhang von Intervall und Zwischenraum in der Musik wie in der Skulptur möchte ich gern offensichtlich und erfahrbar machen. Für mich ist Raum gleich Klang. Es ist die Idee eines visuellen Klanges, welche ich verfolge. Die Skulptur und der sie umgebende Raum entsprechen hierbei einem Ton mit der dazugehörigen Phrasierung oder Pause. So wie in der Musik die Pausen ganz entscheidend die Musik formen, kommen meine Skulpturen durch ihren Umraum erst zur vollen Entfaltung.



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