Robert Krainhöfner
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Verdrehter Stahlring vor der Stadtverwaltung aufgestellt

Quelle: OTZ; 24.08.13
Nun ist alles weitgehend rund. Die Arbeiten am Standort der Stadtverwaltung Am Anger sind abgeschlossen. Mitarbeiter der Verwaltung, beteiligte Firmen, Planer und Architekten feierten gestern Mittag gemeinsam die Vollendung des Komplexes. Jena. Nach der Sanierung des alten Verwaltungshauses Am Anger und des früheren Stasi-Gebäudes sowie des Neubaus am ­Lutherplatz ist der Komplex des technischen Rathauses von Jena komplett.

Als krönender Abschluss ­kamen nun noch die neu gestalteten Außenanlagen hinzu. Allein in ihre Ausführung wurden noch mal 1,1 Millionen Euro investiert. Darunter befanden sich auch Fördermittel aus dem Programm "Städtische Entwicklung" der Europäischen Union in Höhe von 681 000 Euro.

Die Perle in den neuen Außenanlagen dürfte aber ohne Zweifel die Kunst im öffent­lichen Raum sein, die der Jenaer Künstler Robert Krainhöfner beisteuerte. Sein Werk "Verdrehter Stahlring" wurde direkt vor dem Eingang zum Anger 15 aufgestellt und korrespondiert nach Meinung von Krainhöfner recht wirkungsvoll mit dem Umfeld. "Die Spannung und die Brüche, die das Umfeld hier in seiner Geschichte erlebt hat, ­finden sich auch in diesem zerschnittenen und neu verknüpften Stahlring", sagt der Künstler, der sein Atelier am Göschwitzer Bahnhof betreibt und ein Spezialist für Kunst im öffentlichen Raum ist. Damit spielt er auch auf all das an, was hier gewesen ist: Stasi-Häuser Am Anger und in der hier einst befindlichen Gerbergasse, die Umgestaltungen sowie letztlich auch die für viele als schmerzlich empfundene Aufgabe des Schulstandorts Anger-Gymnasium. An all dies soll der wellenartig erscheinende Stahlring nach Ansicht von Krainhöfner anknüpfen - sofern sich natürlich der Betrachter ­darauf einlässt. Die umstehenden Bänke der öffentlichen Grünanlage geben jedenfalls Gelegenheit dazu.

Entstanden ist das Werk bereits 2009 für eine Ausstellung des Thüringer Künstlerverbandes in Erfurt zum Bauhaus-Jahr. Da die Bauhauskunst mit ihren geometrischen Ansätzen von Linie, Fläche und Raum auch sehr die Intensionen von Robert Krainhöfner berührt, wie er selbst sagt, habe er sehr gern mitgemacht und nach langen Modellierungsphasen gemeinsam mit dem K&S Stahlbau Pößneck das eine Tonne wiegende Kunstwerk erstehen lassen. "Es war höchst interessant für mich zu sehen, was eigentlich passiert, wenn ein solcher Stahlring zerschnitten und wieder zusammengefügt wird." Da sei auch viel von der Seele des Materials herübergekommen, was Einfluss auf die endgültige Werkgestalt gehabt habe. Dass sich Fläche und Raum miteinander verbinden und etwas Neues schaffen, sei schon beeindruckend.

Diese Fläche-Raum-Beziehung hat es Robert Krainhöfner angetan. Seine große Kugel an der Ecke Steiger/Humboldtstraße, seine Säule vorm Kindertreff "Klex" oder auch sein "Coimbra-Tisch" als temporäre Kunst zum Jenaer Wissenschaftsjahr 2008 auf dem Markt haben dies gezeigt. Der Stahlring knüpft an.





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